Umweltwirtschaftsstrategie

Nordrhein-Westfalen hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorreiterrolle der NRW-Unternehmen als bundesweit größter Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft zu festigen und auszubauen. Zeitgleich soll Nordrhein-Westfalen zu einem international führenden Standort der Umweltwirtschaft ausgebaut werden.

Die Umweltwirtschaft umfasst alle Unternehmen, die umweltschützende bzw. umweltfreundliche und ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen anbieten. Die thematischen Schwerpunkte erstrecken sich von der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft über klassische Bereiche wie Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Minderungs- und Schutztechnologien bis zu erneuerbaren Energien, Speichertechnologien und intelligenten Energiesystemen.

Nordrhein-Westfalen ist einer der bundesweit größten Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft mit rund 368.000 Erwerbstätigen im Jahre 2016. Die Erwerbstätigenzahl der Umweltwirtschaft wächst im Einklang mit der Gesamtwirtschaft um 1,6 Prozent pro Jahr (2010–2016), schneller als in den anderen Schlüsselbranchen des Landes.

Die Umweltwirtschaft erwirtschaftet im Jahr 2015 mit 27,7 Mrd. Euro über 6 Prozent der Bruttowertschöpfung Nordrhein-Westfalens und ist seit 2010 um 3,4 Prozent  pro Jahr gewachsen. Die Exportquote der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens liegt bei 15,5 Prozent (2015). Werden lokal erbrachte und nicht-exportierfähige Bau- und Dienstleistungen ausgeklammert, liegt die Exportquote der nordrhein-westfälischen Umweltwirtschaft bei 40 Prozent.

Umweltwirtschaftsbericht

Ein Kernelement der Umweltwirtschaftsstrategie ist der Umweltwirtschaftsbericht. Dieser wurde erstmalig 2015 veröffentlicht und soll in den kommenden Jahren die Umsetzung der Strategie mit der kontinuierlichen Erfassung von Marktentwicklungen begleiten. Auf dieser Grundlage wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die den strategischen Rahmen für die anschließende intensive Diskussion über künftige Maßnahmen und Schritte zur Nutzung der Potenziale der Umweltwirtschaft in ihren Teilmärkten und den Regionen Nordrhein-Westfalens liefern.

Landesweiter Konsultationsprozess

In einem landesweiten Konsultationsprozesses mit rd. 800 Teilnehmern aus Unternehmen, Verbänden, Kommunen und den Einrichtungen der Wirtschaftsförderung wurden in Standort– und Wirtschaftsforen vorhandene Instrumente, neue Maßnahmenvorschläge und Handlungsansätze diskutiert und im Masterplan Umweltwirtschaft verdichtet.

Masterplan Umweltwirtschaft

Als Teil der Umweltwirtschaftsstrategie setzt der vom Landeskabinett im Dezember 2016 verabschiedete Masterplan für die Umweltwirtschaft die Leitidee von Ökologie und Klimaschutz als ein neues Leitbild für die wirtschaftliche Entwicklung Nordrhein-Westfalens um und systematisiert dazu erstmals den gezielten Ausbau der Umweltwirtschaft. Der Masterplan enthält über 100 konkrete strategische, teilmarkt- und regionalspezifische Maßnahmen, Projektideen und Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Umweltwirtschaft für Nordrhein-Westfalen und regelt ihre konkrete Umsetzung.