Japan und Deutschland haben ähnliche Herausforderungen – wie können der Umweltwirtschaft digitale Technologien dabei helfen?

Am 27. Mai 2019 fand im Hotel InterContinental in Düsseldorf der Wirtschaftstag Japan 2019 zum Thema „Künstliche Intelligenz und Imaging Technologie – entscheidende Faktoren für die Digitalisierung der Industrie“ statt. Seit 2002 bietet sich deutschen und japanischen Unternehmen und Akteuren hier eine einzigartige Austauschplattform – dieses Jahr fanden sich mit rund 350 so viele Interessenten ein wie nie zuvor. Auch das KNUW war als Sponsor wieder mit einem Stand vertreten.

Deutschland und Japan stehen in vielerlei Hinsicht vor ähnlichen Herausforderungen. Das japanische Regierungsprogramm ‚Society 5.0‘ versucht beispielsweise, Lösungen für den demografischen Wandel, durch die Anwendung von KI und Big Data zu finden. „In einem weltweiten Ranking belegen Japan und Deutschland jeweils den ersten und dritten Platz bei der Schaffung notwendiger Infrastruktur für Innovationen, die KI mit sich bringt sowie bei der Forschungsförderung durch die Politik.“, wie Akinori Okumura, Präsident der Japanischen IHK zu Düsseldorf, erklärte. Staatssekretär Christoph Dammermann betonte die neu eingerichtete Plattform KI.NRW, die die Kompetenzen in NRW in der KI bündeln soll und mit mehr als 25 Millionen Euro gefördert wird.

„Wie sieht ein Sportereignis aus der Sicht des Balls aus?“ und „Wie können wir menschliches Verhalten von Gruppen vorhersagen, um autonomes Fahren zu verbessern?“ Die neuesten Antworten der Forschung auf diese und weitere Fragen gab Prof. Susumu Kajiwara, vom Tokyo Tech. Das japanische Institut hat seit März 2019 eine Dependance an der RWTH Aachen für EU-weite Forschungskollaborationen. Dr. Dirk Hecker vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, malte die Zukunft der KI aus: Sie ist…

hybrid: Integration von Daten und Wissen

dezentral: Rohdaten werden nicht an die Cloud übertragen

sprachgesteuert: Sprache ersetzt Haptik als Benutzerschnittstellen

vertrauensvoll: aktuell wird interdisziplinär daran geforscht eine Zertifizierung von vertrauenswürdigen Anwendungen der KI aus NRW zu erreichen

Konkrete Anwendungen der Unternehmen aiso-lab, Shimadzu, Komatsu, NEC, Hans TURC sowie die Start-Ups IOX und NYRIS aus Düsseldorf veranschaulichten die neuen Einsatzmöglichkeiten der digitalen Technologien und deren unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen. Für die Teilmärkte der Umweltwirtschaft bieten sich beispielsweise folgende Chancen:

  • Algorithmen in bildgebenden Verfahren lassen sich beispielsweise in der Umweltanalytik einsetzen,
  • können die Wartung von Maschinen und den Einkauf von Ersatzteilen erleichtern oder
  • Oberflächen von Materialien entlang der gesamten Wertschöpfungskette überprüfen. Miteinander kommunizierende Bau- und Forstmaschinen haben das Potenzial für mehr Arbeitssicherheit in der Bau- und Forstwirtschaft zu sorgen.
  • Gesendete Sensordaten lassen sich vereinfacht monitoren, indem sie mit kontinuierlich mit der Vorhersage eines digitalen Zwillings verglichen werden.

Die Daten zum japanischen Markt in den Teilmärkten der Umweltwirtschaft allgemein, hat das KNUW außerdem in der Marktanalyse Japan zusammen gestellt.


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