INTERVIEW-COUNTDOWN ZUR #HM19: sentin

In knapp einer Woche startet die Hannover Messe. Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW wird sich dort im Rahmen der Young Tech Enterprises in Halle 13 F20 gemeinsam mit 13 Grünen Gründern präsentieren. Zur Einstimmung auf die #HM19 stellen wir sie an dieser Stelle vor. Heute sentin aus Bochum.

Wer seid Ihr und was macht Euch als Start-up aus?

Wir sind ein vierköpfiges Gründerteam aus dem Ruhrgebiet und Ausgründung der Ruhr-Universität Bochum. Wir entwickeln eine Software zur Auswertung von Industriedaten. Was uns von anderen Startups unterscheidet ist unsere bereits zurückliegende Corporate-Erfahrung. Wir haben alle gemeinsam in einem Team bei einem großen deutschen Konzern gearbeitet und Software zur Industriedatenanalyse entwickelt. Daher wissen wir einander um unsere persönlichen Stärken und Schwächen und ergänzen uns optimal. Auch fachlich sind wir sehr breit aufgestellt, was uns bei der Entwicklung unseres Produktes und Unternehmens sehr hilft. So vereinen wir Kompetenzen in der Geschäftsentwicklung mit Data Science Wissen und Know-How in der Softwareentwicklung.

Auf welchen Teilbereich der Umweltwirtschaft zielt Eure Idee ab?

Die Produktionsausschussminimierung schlägt sich natürlich direkt auf die Verschwendung von Material nieder. Dies spart den Unternehmen nicht nur bares Geld, sondern ist auch im ökologischen Sinne eine große Erleichterung. Besonders hier birgt sich noch eine Menge Potential zur Verbesserung. Ein effizienzoptimierter Fertigungsprozess heißt gleichzeitig ein optimaler Einsatz der entsprechenden Ressourcen. In der Fertigung ist das z.B. auch Strom. Kann man ungeplante Ausfälle besser vorhersehen, so können ungeplante Spitzen in der Maschinenleistung vermieden werden, die viel Energie kosten.

Welches Produkt werdet Ihr auf der Young Tech Enterprises vorstellen?

Wir werden auf der Hannovermesse unsere Software sentin.ai vorstellen. sentin.ai soll den Anwender dazu befähigen, moderne Machine Learning Methoden anwenden zu können, und das ohne Experte im Bereich Data Science zu sein oder programmieren zu können. So sollen z.B. Fertigungsingenieure selbstständig ihre Prozesse optimieren, wie beispielsweise durch Anomalie-Erkennung oder Minimierung von Produktionsausschuss. Wir geben ihm dabei das nötige Werkzeug an die Hand, um die Datenanalyse zu machen. Er selbst soll dann mit seinem Expertenwissen die richtigen Entscheidungen und Maßnahmen über seine Maschinen ableiten können. Wir selbst haben bereits viele Jahre in der Industrie gearbeitet und uns dort mit der Analyse von Maschinendaten beschäftigt. Jetzt möchten wir diese Erfahrung in unsere Software stecken.

Was sind Eure Erwartungen an den Messestand des KNUW?

Wir erwarten vor allem einen regen Austausch mit interessierten Pilotkundenunternehmen. Diese können z.B. aus der Industrie kommen oder Hersteller datenhaltender Systeme sein wie z.B. MES oder ERP. Außerdem freuen wir uns sehr auf den Austausch mit anderen Startups auf der Young Tech Enterprises und am KNUW Stand.

Wie bereitet Ihr Euch auf die Young Tech Enterprises vor?

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Erstmal versuchen wir alle Möglichkeiten unser Unternehmen und Produkt vorzustellen zu nutzen – sei es die Startup Pitches, das Forum oder das Matchmaking. Ebenso erarbeiten wir derzeit noch für unseren Stand eine Demo unserer Software. Als dritten Baustein machen wir uns einen ganz klaren Plan für die Woche, welche Unternehmen wir noch aktiv besuchen wollen, um Gespräche zu führen.

Was war die größte Schwierigkeit auf Eurem Gründungsweg?

Die größte Hürde war die Klärung der Finanzierungsfrage und die damit zusammenhängenden Umfänge für die Antragstellung am Start-up Hochschulprogramm. Zu der Zeit waren wir noch in einem normalen Angestelltenverhältnis beschäftigt und haben jeden Tag nach Feierabend die Antragsunterlagen ausgearbeitet. Glücklicherweise konnten wir uns diesen Aufwand aufteilen und haben gemeinsam Stück für Stück alles rechtzeitig fertigstellen können.

Was war bislang Euer größter Erfolg?

Der bisher größte Erfolg war natürlich die Sicherung der Erstfinanzierung durch die Start-up Hochschulausgründung. Technologisch entwickeln wir unter Hochdruck unsere Software und können bereits auf ein leistungsstarkes Backend für die Datenanalyse zurückgreifen. Jetzt geht es um die Weiterentwicklung des Frontends. Hier ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, da im Frontend sowohl das Domänenwissen des Anwenders, als auch das Data-Science Wissen zusammen kommen. Aktuell erarbeiten wir unsere Ideen als erste Mockups, um schnelles Feedback vom Kunden zu bekommen, speziell was die Anwendbarkeit unserer Lösung betrifft. Diese Entwicklung soll so kundennah wie möglich entstehen. Hierzu führen wir momentan viele Gespräche mit interessierten Partner. Ebenfalls konnten wir unser erstes Kundenprojekt erfolgreich starten.

Etwas, das Ihr Umweltministerin Ursula Heinen-Esser gerne mit auf den Weg geben möchtet

Aus der Industrie kommend, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn die Zusammenarbeit zwischen Umweltministerium und Industrie weiter positiv voranschreitet. Wir denken, dass moderne Technologien wie die der Künstlichen Intelligenz genutzt werden können, um auch unter Einbeziehung von ökologischen Gesichtspunkten große Mehrwerte für die Industrie zu bringen. Insofern sollte auch im Interesse des Umweltministeriums liegen, Startups und junge Innovationsvorhaben in den Bereichen disruptiver Technologien weiterhin zu fördern und die entsprechenden Aktivitäten sogar auszubauen. 

www.sentin.ai


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