INTERVIEW-COUNTDOWN ZUR #HM19: reedu

Nur noch wenige Tage bis zur Hannover Messe. Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW wird sich dort im Rahmen der Young Tech Enterprises in Halle 13 F20 gemeinsam mit 13 Grünen Gründern präsentieren. Zur Einstimmung stellen wir sie an dieser Stelle vor. Heute reedu aus Münster.

Wer seid Ihr und was macht Euch als Start-up aus?

Wir sind Thomas, Jan, Sergey, Matthias, Umut und David aus Münster und wir sind die Gründer von Reedu. Reedu steht für Reengineering Education da wir mit unseren Produkten, Workshops und Entwicklungen immer versuchen Neues zu generieren, was uns als Gesellschaft weiterbringt. Unsere Philosophie dabei ist, dass wir alles was wir machen „open“ zur Verfügung stellen. Unser Kernprodukt, die senseBox, ist ein gutes Beispiel dafür. Die Hardware ist Open-Source, die Software dazu ist Open-Source, Daten, welche die senseBox erhoben hat, werden als Open Data veröffentlicht und unsere Anleitungen und Unterrichtsmaterialien sind Open-Educational Ressources.

Wie seid ihr auf Eure Geschäftsidee gekommen und auf welchen Teilbereich der Umweltwirtschaft zielt sie ab?

Die senseBox ist aus einem Schülerlabor an der Universität Münster im Fachbereich Geoinformatik entstanden. Vier der sechs Gründer waren zuvor wissenschaftliche Mitarbeiter an der Uni und hatten einen Bedarf nach tollen Technologien mit welchen man Umwelt Sensorik einfacher anwenden kann. Mit der senseBox haben wir dann basierend auf einem Microcontroller ein System geschaffen, welches von Grundschülern verstanden wird, genauso gut aber auch in der ETH Zürich verwendet wird um großflächig Umweltdaten zu erheben.  

Welches Produkt werdet Ihr auf der Young Tech Enterprises vorstellen?

Auf der Young Tech Enterprises werden wir die senseBox:edu, ein Experimentierbaukasten zum Programmieren und Messen vorstellen. Damit kann man z.B. in wenigen Minuten ein funktionierendes Feinstaubmessgerät bauen. Des weiteren haben wir natürlich auch die stationäre Version der senseBox dabei, die senseBox:home, welche jede Minute ihre Messwerte auf unserer Plattform für offene Sensordaten, der openSenseMap, veröffentlicht. Die Plattform kann man sich bei uns natürlich auch anschauen.

Was sind Eure Erwartungen an den Messestand des KNUW?

Wir freuen uns sehr über die Einladung des KNUW und hoffen natürlich das der Gemeinschaftsstand viele umweltinteressierte Bürger anlockt. Wir hoffen zum einen die Besucher durch unsere Open-Source Lösung zu begeistern, vielleicht kauft sich sogar der ein oder andere eine senseBox um auch bei sich zu Hause Daten zu erheben. Außerdem hoffen wir, dass einige Unternehmen aus der Umweltwirtschaft die senseBox mit in ihr Ausbildungssystem aufnimmt, wir glauben, das könnte super passen. Auch glauben wir, dass unser Workshop Angebot sehr von Interesse sein könnte, da diese immer gut besucht sind und auf viel Interesse unter engagierten Bürgern jeder Altersklasse stoßen.

Wie bereitet Ihr Euch auf die Young Tech Enterprises vor?

Wir haben dieses Jahr schon auf einer wichtigen Messe in Köln ausgestellt, dadurch sind wir schon etwas aufgewärmt. Wir sind ein gutes Team und haben alle immer Spaß unser Produkt vorzustellen. Da die Messe einfach riesig ist, war es auch schwer einen Schlafplatz in Hannover zu organisieren. Letztendlich sind wir jetzt bei der Mama einer Freundin von uns untergekommen. Diese hat italienische Wurzeln, wir spekulieren also bereits auf die ein oder andere Pasta nach einem harten Messetag.

Was war die größte Schwierigkeit auf Eurem Gründungsweg?

Bei einer Unternehmensgründung ist so ziemlich alles schwer. Vieles, was man tut, hat man noch nie vorher getan und man wurde auch nie darauf vorbereitet. Eine interessante Schwierigkeit bei uns ist natürlich, unsere Open-Source Philosophie in ein Geschäftsmodell zu bringen. Auf der einen Seite wollen wir alles, was wir machen, kostenlos und frei zur Verfügung stellen. Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch uns und unsere Familien ernähren. Dadurch müssen wir immer sehr kreativ bleiben, um uns zu finanzieren und sind auch auf Förderungen angewiesen.  

Was war bislang Euer größter Erfolg?

Die erste Version der senseBox hat auf der CEBIT 2017 einen Innovation Award erhalten. Damals waren wir aber noch keine Firma sondern ein Uni-Projekt. Es war aber natürlich eine große Motivation, um uns dann tatsächlich zu trauen, eine Firma zu gründen.

Etwas, das Ihr Umweltministerin Heinen- Esser gerne mit auf den Weg geben möchtet

Wir sind davon überzeugt, dass Umweltschutz nur über eine gute Ausbildung im Thema funktioniert. Diese fängt in der Schule an, geht aber auch weiter bis ins Erwachsenenalter. Grundlage dafür sollte sein, dass jeder die Möglichkeit hat, an Informationen zum Thema zu gelangen und sich damit auseinandersetzen. Umweltdaten zum Beispiel sollten unserer Meinung nach von jedem Bürger offen eingesehen werden können. Das gleiche gilt auch für die Schule. Warum die Kinder nicht mal mit der senseBox eine Umweltmessstation programmieren lassen, statt immer Modellautos zu programmieren.

www.reedu.de


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